Nach Hause telefonieren...
Der Countdown läuft. Noch knapp eine Woche und der Flieger nach Neuseeland hebt in Frankfurt ab.
Langsam sind alle wichtigen Vorkehrungen getroffen. Stressfrei sind die letzten Tage vor der großen Abreise dennoch nicht. Jeder will mich noch mal treffen, Kaffee kann ich langsam nicht mehr sehen und die guten Wünsche für meine Reise hören sich langsam auch immer gleich an. Und jeder will nur das eine: "Aber vergiss dich nicht bei uns zu melden. Wir wollen ganz viele Fotos sehen." höre ich aus beinah jedem Mund. :)
"MELDEN". Zum Glück macht das Web 2.0 fast alles möglich. Während noch vor 20 Jahren die einzigen Kommunikationsmöglichkeiten Brief und Stift waren, kosten uns Telefonate vom einen zum anderen Ende der Welt heute auf den richtigen Wegen nur noch wenige Cent. Noch viel einfacher macht es uns das Internet. Neben E-Mails und Kommunikationsportalen sorgen Blogs und Programme wie Skype und MSN für den gebührenden Kontakt in die Heimat.
Reiseblogs und Rundmails ersparen dem Reisenden viel Geld und Zeit und übermitteln den Daheimgebliebenen trotzdem alle Neuigkeiten. Jeder hat dabei jedoch seine eigenen Vorlieben. Während ein Reiseblog vor allem etwas für diejenigen ist, die ein größeres Mitteilungsbedürfnis haben und ihre Erfahrungen auch an die anonyme Öffentlichkeit tragen wollen, sind Mails privater und können je nach Neuigkeit ganz individuell nur an Einige in der Heimat adressiert werden.
Auch für mich war ein Reiseblog die erste Wahl. Einfaches Hochladen von Bildern, einmaliges Verfassen von Berichten ohne lästige E-Mail Verteiler und ein gewisses Mitteilungsbedürfnis gaben dabei den Ausschlag. Nach längerem Überlegen wurden mir jedoch auch die Nachteile des Blogs bewusst. Während die Rundmail jeder der Freunde, ob interessiert oder nicht, regelmäßig im Posteingang ist, ist ein Reiseblog meist schon wenige Wochen nach Abreise eher wenig frequentiert. Sobald die erste Sehnsucht verflogen ist, schauen nur noch wenige Freunde regelmäßig im Blog vorbei. Nicht aus Böswilligkeit oder Uninteresse, sondern aus Faulheit und Vergesslichkeit. Das regelmäßige "Sie haben Post" gefällt den Meisten da mehr. Dies war auch der Grund, weshalb ich meine Kommunikationspläne kurzfristig umgeschmissen habe.
Der Zugang zum Internet ist bei einem Working-Holiday Aufenthalt in Neuseeland meist weniger problematisch. Sprachschulen, Backpackers-Hostels und Internetcafés bieten genügend Möglichkeiten um den Kontakt nach Hause zu halten.
So kann die Reise los gehen und daheim fühlt sich auch sicher niemand vernachlässigt.
